Stillleben A40: An AS Bochum-Stadion wurde richtig Gas gegeben

Beginnen wir mal mit dem Ende, weil es das Wichtigste ist. Vielen Dank an Alle, die dabei waren, an die vielen SpeedDater, an die unzähligen Besucher vor der coolibri-Bühne, an all die Menschen mit denen man ein nettes Wort gewecheselt hat und natürlich an die vier Bands Tommy Finke, Dieselknecht, Layment und Marek Marple. Denen gebürt der Dank nicht nur für die tollen Shows, sondern auch für ihren unermüdlichen Einsatz bei der Organisation!!!

So und jetzt von vorne: Direkt unter einem der gelben Schachtzeichen Ballons befand sich die coolibri-Bühne und wurde dadurch auch weithin auffindbar, aber auch ohne drubbelte es sich bereits zu Tommy Finke um 11.30 massiv vor der Bühne. 3 Millionen Besucher heißt es ja mittlerweile, Gott sei Dank nicht alle vor der coolibri Bühne. Tommy Finke und seine Miniband spielten wirklich einen herzerwärmenden Warm-Up in den Tag.

Tommy Finke – Repariert was euch kaputt macht from coolibri on Vimeo.

Ganz lieb übrigens, dass sie kurz die Bühne für coolibris A40 Beauftragten Manfred freigaben. An den einige Meter entfernt liegenden Tischen sollte um 12 Uhr das SpeedDating starten, es fehlten nur zwei Herren, die allerdings auch über den Mikroaufruf nicht zu rekrutieren waren.

Kurzerhand erbarmt sich ein Kollege der Redaktion, der seine Entscheidung nicht bereute und auch gleich die nächsten Runden noch mitnahm. Für uns andere Kollegen wurde der Wechsel zwischen den Tischen und der Bühne dafür gelegentlich zu einem Jump&Run-Spiel. Die etwas dubiose Mischbühne von Polizei und Stadt Bochum kam so gut an, so dass das Durchkommen kreative Wege über Tische, unter Tische oder einfach irgendwie durchtrubbeln erforderte.

Auf der Bühne starten zwischenzeitlich schon wieder Dieselknecht und man soll es kaum glauben, zu dieser Mischung aus Hillybilly und Volksliedern kommen tatsächlich noch mehr Menschen als zu Tommy Finke und auf dem Asphalt beginnt es zu rumoren, wieviele Millionen sich wohl auf den Weg auf die A40 gemacht haben. Jetzt wissen wir es, hätten es aber nicht geschätzt. Lieblingssatz übrigens beim Dieselknecht Konzert: “Oh guck mal coolibri. Das ist äh Magazin.” Richtig und auch online, Twitter, Facebook und so. YEAH!

Wir warten noch auf Tommy Finke für ein kleines Videointerview, erkunden dann aber erstmal die Nachbarschaft Richtung Essen. Aber während an der AS Bochum-Stadion gleich zwei Bühnen richtig Programm machen, kommt hier erstmal nicht viel. Wir sehen ein paar nette unverstärkte Bands und ansonsten viele leere Tische und Menschentrauben an den Getränkewagen und tatsächlich auch am Merchandise Stand von RUHR.2010. Unser Marsch erreicht übrigens nicht einmal die nächste Abfahrt und dieses irgendwie auch etwas beklemmende Gefühl von Entschleunigung stellt sich an. Das ist übrigens gerade dann bizarr, wenn man gleichzeitig mobil online ist und diese wahnsinnige Welle von Twitter Meldungen zur A40 verfolgt, von so vielen Dingen, die man an diesem Tag mit absoluter Sicherheit einfach nicht wird erleben können. Hier gibt es erstmal nichts zu erleben, zumindest dann nicht, will man nicht weiter laufen, was irgendwann die Frage aufwerfen würde, ob man es noch zurück zu den coolibri Tischen schaffen will. Wollen wir.

Mittlerweile stehen nämlich bereits Layment auf der Bühne.

Die Metalband aus Herne versteht sich auch ganz hevorragend auf das unplugged spielen. Beste Voraussetzungen also für einen Gig auf der A40, auch wenn sie ihre unplugged Show natürlich stromverstärkt spielen. Viele offensichtlich als Metalfans zu erkennende Menschen haben sich extra für das Konzert zur A40 aufgemacht und gehen eine schöne Mischung mit den “Alltagskulturen” ein. Metal wird konsensfähig, twitterten wir und wir fragen uns, ob man über die unplugged Schiene nicht doch viele Menschen auf die Metalschiene führen könnte. Am Ende gibts Gratissampler und alle freuen sich. Das freut uns und wir sind ganz happy über die tollen Bands.

Will man auf einer Autobahn mehr sehen und ist schon in eine Richtung gegangen, dann hat man quasi keine Wahl mehr und kann eigentlich nur noch in die Andere, in diesem Fall Richtung Dortmund. Hier gibt es bedeutend mehr zu sehen, viele Kinderaktionen, eine Kickboxpräsentation und nicht zuletzt ein durch die Bevölkerung eingenommener Tunnel, dessen Wände von den Menschen bemalt und beschrieben werden. Man kann nur hoffen, dass diese Bilder irgendwie erhalten werden können.

Wie die Zeit vergeht: Marek Marple sind bereits die vierte und letzte Band des Tages auf der coolibri-Bühne und fast hätte man sie verpasst, weil der Marsch Richtung Dortmund ein bisschen trubelig war. Aber keine Sorge: Als wäre es nicht anders zu erwarten gewesen, beenden Marek Marple natürlich nicht wie vorgesehen um 15.15 ihr Konzert, wenn die Autobahn doch erst um 17 .00 schließt.

Bis 16.00 halten sie durch und spielen einen Ska, wie ihn die A40 ganz sicher noch nie erlebt hat. Die Tanzlaune im Publikum erreicht ihren Höhepunkt und irgendwie will man das Gefühl nicht loswerden, dass die A40 gerade um diese eine Bühne kreist. Aber jeder weiß, dass es nicht stimmt. Aber das ist vielleicht auch das Gefühl des Tages.

Erst nach diesem Programm gab es Zeit zum Durchschnaufen. Mit ein paar Dosensekt sollen umliegende Freunde und Bekannte besucht werden. Die Herren Ruhrbarone waren aber leider schon ausgeflogen, so freut sich nun die Frau eines sympathischen Familienvaters und ein Teil unseres Webteams über die prickelnde Erfrischung.

Achso, die Polizeifallschirmspringer schaffen es irgendwie, die Leute zum Lachen zu bringen, als sie so taten, als ob sie abstürzen. Das war dann auch der letzte Höhepunkt des Tages, die Leute zieht es bereits von der A40, viele der Pavillions werden bereits abgebaut. Und damit wir nicht am Ende in ähnlichen Aktionen festhängen, macht sich das Webteam auch vom Acker. Hier verpasst man nichts mehr.

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